Brutale Räumung der Schlesischen Straße 25

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Über 300 Polizisten haben das Haus in der Schlesischen Straße 25 gestern Abend geräumt und damit die Besetzung vorerst beendet. Die Eigentümerin des Hauses, die Wohnungsbaugesellschaft GSW, hatte sofort Strafantrag gestellt. Die Polizei rückte daraufhin mit mehreren Hundertschaften aus und ging äußerst brutal gegen die Besetzer_innen und Sympathisant_innen vor; sogar Pfefferspray wurde eingesetzt. Die genaue Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt. Nach der Räumung wurde das Haus in der Schlesischen Straße von einer privaten Security-Firma der GSW„gesichert“ und komplett verbarrikadiert. Mehr als 450 Menschen demonstrierten im Anschluss an die Räumung durch den Wrangelkiez, um gegen das Vorgehen der Polizei und Wachschützer zu protestieren und ihre Solidarität mit den Besetzer_innen zu erklären. Im Verlauf der Hausbesetzung gab es insgesamt 27 Festnahmen. Alle Festgenommenen sind inzwischen wieder auf freiem Fuß – gegen sie soll jetzt wegen Hausfriedensbruch ermittelt werden.

Von Seiten des Berliner Senats gab es scheinbar keinerlei Bemühungen, eine alternative Nutzung des seit Monaten leerstehenden Hauses – allein hier sind 33 Wohnungen ungenutzt! – zu erreichen. Lediglich der Kreuzberger Bezirksbürgermeister, Franz Schulz (Grüne), bemühte sich mehr oder weniger um ein Einlenken der GSW. Erwähnt werden sollte aber, dass Schulz sich wohl eher dem Druck der Straße beugen musste, da auch sein Büro im Vorfeld besetzt worden war.

Wir protestieren gegen diese Machenschaften zwischen Berliner Senat und privaten Investoren aufs Schärfste! Die gestrige Besetzung der Schlesischen Straße 25 – wie überhaupt jede Besetzung leerstehenden Wohnraums – ist für uns ein legitimes Mittel, um sich gegen die menschenfeindliche Wohnungspolitik, die nur auf Profit orientiert ist, zur Wehr zu setzen.

Wir fordern den sofortigen Stopp jeglicher Privatisierungen öffentlichen Wohnungseigentums, den Wiedereinstieg in den kommunalen sozialen Wohnungsbau und einen allgemeinen unbefristeten Mietenstopp.

Die Häuser denen, die drin wohnen! Gegen Mietspekulanten und den Ausverkauf unserer Stadt! Unsere Solidarität gilt den Besetzerinnen und Besetzern!