Der Kampf um die Schlesische Str. 25 geht in die nächste Runde!

Kundgebung direkt vor der Schlesischen 25 am 9.8. um 15.00 Uhr.

Am Nachmittag des 30.5. besetzten die unterschiedlichsten Menschen die leerstehenden Wohnungen der Schlesischen Str. 25 und zeitgleich das Büro des Bezirksbürgermeisters von Friedrichshain-Kreuzberg Franz Schulz (Bündnis 90/Grüne). Im Haus selbst wurde ein Umsonstladen eröffnet und am frühen Abend eine Kiezversammlung im Hinterhof durchgeführt. Die gute Stimmung wurde gegen 20 Uhr abrupt beendet, als zwei Dutzend Polizeiwannen vor dem Haus vorfuhren, Polizist_innen aus ihren Autos raussprangen und ohne Vorwarnung sich einen Weg zur Eingangstür der Schlesischen 25 durchboxten. Dabei kam es zu zahlreichen Verletzten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch 18 Personen im Haus. Der anwesende GSW-Vertreter wollte daraufhin einen Rückzieher von seiner Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch machen, jedoch wurde er so lange vom Einsatzleiter bearbeitet, bis er einen Rückzieher vom Rückzieher machte. Der Einsatzleiter vom 30.5.2011 wollte allen klarmachen: bei Hausbesetzungen gibt’s was auf die Fresse. Seine Bilanz: mehrere Verletzte Aktivist_innen, davon mussten zwei ins Krankenhaus, 9 brutale Ingewahrsamnahmen und 18 Anzeigen wegen Hausfriedensbruch.

Die Schlesische Str. 25 steht exemplarisch für die GSW-Politik. Zusammen mit 22 weiteren Häusern in Berlin-Kreuzberg wurde es der GSW im Jahre 1993 kostenlos übergeben. Allerdings enthielt der „Schenkungs-„Vertrag diverse Bedingungen, unter anderem kein Verkauf ohne Zustimmung des Senats und eine mieter_infreundliche Instandsetzung innerhalb der nächsten 10 Jahre. Doch statt die Vertragsbedingungen zu erfüllen, entmietete die GSW konsequent die Schlesische Str. 25. So verließen die meisten Mieter_innen das Haus, zurück blieben zwei Mietparteien und 33 leerstehende Wohnungen. Schlussendlich verkaufte die GSW das Haus an Matthias Bahr, Vorsitzender der Schlesischen Straße 25 Projekt GmbH & Co KG. Diese Politik der 2004 privatisierten GSW lässt sich wie folgt zusammenfassen: Häuser geschenkt bekommen, Vertragsbedingungen gebrochen und die Wertsteigerung durch den Immobilienboom in Berlin ausgenutzt und das Haus weiterverkauft.

Doch der Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Am 10.8. trifft sich Matthias Bahr mit Franz Schulz, um ein weiteres Vorgehen bzgl. der Schlesischen 25 zu besprechen. Die Schlesische Str. 25 Projekt GmbH ist sichtlich beängstigt, die leerstehenden Wohnungen in teure Luxuseigentumswohnungen umzubauen. Proteste im Kiez und darüber hinaus geben ihm dabei auch recht.

Um die Verhandlungen kritisch zu begleiten, laden wir euch zu einer Kundgebung einen Tag vorher, am 9.8. um 15 Uhr, direkt vor der Schlesischen Str. 25, ein.

Wir fordern nicht nur die Rückgabe der Schlesischen Str. 25, sondern die Übertragung sämtlicher GSW-Häuser in interessierte Mieter_innenhände. Den derzeitigen Weiterverkauf der GSW-Häuser stoppen! Wir bleiben alle!