Roter Stammtisch der DKP Friedrichshain-Kreuzberg

Gegen Privatisierung, Ausplünderung und Chaos: Kann ein Volksbegehren die Berliner S-Bahn noch retten?

Die S-Bahn in Berlin fuhr eigentlich immer recht zuverlässig. 2009 wendete sich allerdings das Blatt. Seither herrscht– insbesondere in den Wintermonaten – Chaos auf den Berliner Bahnhöfen. Hunderttausende, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, kennen seither die Probleme: Verspätungen, Zugausfälle, Notfahrpläne, Unfälle, ganze Teilstrecken, die nicht mehr befahren werden und, und, und …

Verantwortlich dafür ist die Deutsche Bahn AG. Ihr Ziel ist die Profitmaximierung und der geplante Börsengang der Bahn – dafür geht sie über Leichen. Abbau von Arbeitsplätzen, Schließung von Werkstätten, unzureichende bzw. keine Wartung von Zügen und des Schienennetzes. Das Ganze passiert auf dem Rücken der Beschäftigten und der Fahrgäste.

Viele hatten davon die Schnauze voll und gründeten den Berliner S-Bahn-Tisch. In diesem Bündnis haben sich S-Bahn- und Bahngewerkschafter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sowie das Aktionsbündnis „Bahn für Alle“, der Fahrgastverband und das Berliner Anti-Krisenbündnis zusammengeschlossen, um gemeinsam den Ausverkauf der S-Bahn zu verhindern. Ziel ist es, Instandsetzung und weiteren Betrieb zukünftig unter öffentliche Kontrolle zu stellen. Um den öffentlichen Druck zu erhöhen, soll auch in diesem Fall mit einem Volksbegehren ein Gesetz zur Beendigung des S-Bahn-Chaos erzwungen werden.

Der S-Bahn-Tisch lehnt sich damit in der politischen Ausrichtung bewusst an den Berliner Wassertisch und dessen erfolgreiches Volksbegehren gegen die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe an. Die Kampagne für ein erneutes Volksbegehren in Berlin könnte dieses Mal jedoch eine neue Qualität erreichen, da erstmalig Gewerkschafter, Beschäftigte und außerparlamentarische Opposition gemeinsam aktiv werden.

Diskussion mit Rouzbeh Taheri, aktiv beim Berliner S-Bahn-Tisch, über Ziele und Perspektiven des Anti-Privatisierungsbündnisses.

Donnerstag, 6. Oktober 2011 um 19:30 Uhr
Kneipe „Zum Franziskaner“, Dresdener Str. 17, U1 + U8 Kottbusser Tor