Lange Nacht der Wohnungsbesichtigungen stören – Berlin ist kein Zoo!


>> Steigende Mieten stoppen! Berlin ist kein Zoo!

20. Oktober um 18 Uhr Alexanderplatz (Berliner Congress Center)

In Berlin steigen die Mieten. Anfang September demonstrierten über 5000
Menschen gegen die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt und
forderten einen Mietenstopp, d.h. eine Begrenzung der Mieten. Jahrelang
hat die rot-rote Regierung durch den Verkauf landeseigener Wohnungen und
die Förderung von Privatisierungen maßgeblich zu dem beigetragen hat,
was sich mehr und mehr als beginnende Wohnungsnot herausstellt. Der
Unterschied zu den Positionen der Grünen – von der FDP und der CDU ganz
zu schweigen – ist aber minimal. Die Parteien handeln im Interesse von
VermieterInnen und Immobilienunternehmen. Für sie wird der Berliner
Wohnungsmarkt immer lukrativer. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die
Situation für die meisten Berliner MieterInnen immer schwieriger wird.

Wie ein Aprilscherz wirkt in diesem Zusammenhang die „Lange Nacht der
Wohnungsbesichtigungen“, zu der das europaweit aktive und der Deutschen
Telekom zugehörige Unternehmen ImmobilienScout24 einlädt. Mit Bussen
sollen Interessierte vom Alexanderplatz aus in acht verschiedene
Berliner Kieze gebracht und so die (meist überteuerten) Angebote
schmackhaft gemacht werden. Mit dabei sind auch sogenannte City-Guides,
also Tourismusführer, die nebenbei direkt die jeweiligen Kieze
präsentieren sollen. In der Ankündigung schwafelt ImmobilienScout24 von
„Insider-Tipps“, „ausgefallenen Läden, populären Bars und
Ausgehmöglichkeiten“. Die Ankündigung ist ein Hohn für alle, die
potentiell von den steigenden Mieten in den Innenstadtbezirken verdrängt
werden oder bereits verdrängt wurden.

Der schleichende soziale Austauschprozess der seit Jahren in den
Berliner Innenstadtbezirken stattfindet, wird mit der „Langen Nacht der
Wohnungsbesichtigungen“ zum Event. Der Anklang an die „Lange Nacht der
Museen“ ist kaum zufällig. Abseits des offensichtlichen
Eigenwerbenutzens für ImmobilienScout24 stellt die „Lange Nacht“ so eine
neue Qualität der Stadtvermarktung dar. Das darf nicht unwidersprochen
bleiben. Verschiedene Initiativen rufen dazu auf, die „Lange Nacht“ zu
stören, die Möglichkeiten der Wohnungsbesichtigungen für kreative
Aktionen zu nutzen und den TeilnehmerInnen und City-Guides deutlich zu
machen, dass Berlin kein großes hippes Freilichtgehege ist, sondern eine
Stadt der Klassengegensätze, in der die Armen und Geringverdienenden
durch eine Offensive von Politik, Tourismus- und Immobilienwirtschaft
mehr und mehr an den Rand gedrängt werden.

Deshalb: Kommt am 20. Oktober um 18 Uhr zum Alexanderplatz (Berliner
Congress Center). Setzt Euch mit in die Busse und besucht die
verschiedenen angebotenen Wohnungen. Macht den VeranstalterInnen
deutlich: Berlin ist kein Zoo! Schluss mit den steigenden Mieten!

Nähere Informationen über die Wohnungsangebote und die Busrouten findet
Ihr unter: >> Lange Nacht der Wohnungsbesichtigungen