Streik bei CFM Arbeitskampf im Interesse aller


Seit dem 12.09.2011 befindet sich ein großer Teil der 2500 Kolleginnen und Kollegen der Charité Facility Management GmbH (CFM) im unbefristeten Ausstand. Das wichtigste Ziel dieses Streiks ist das Erreichen eines Tarifvertrags für alle CFM-Beschäftigten, da sie sich in tariflosem Raum befinden.

Konkret heißt das, dass es große Unterschiede in der Bezahlung von z.B. von der Charité gestellten Mitarbeitern und befristet Beschäftigten gibt. Eine Lohndifferenz von bis zu 30% (!) gegenüber den Charité-Beschäftigten ist keine Seltenheit.

Forderungen der Streikenden
Die zentralen Forderungen der CFM-Streikenden lauten: Einführung eines Tarifvertrags, das heißt eine einheitliche Wochenarbeitszeit von 39 Stunden, 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigten sowie einheitliche Regelungen für Wochenendarbeit und Zuschläge sowie eine Lohnerhöhung um 168,- Euro monatlich.
Schon im Mai diesen Jahres waren die CFM-Beschäftigten für diese Forderungen in den Streik getreten, wodurch sie die Aufnahme von Tarifverhandlungen erreichten. Diese wurden von Unternehmerseite verschleppt und die Angebote so gering angesetzt, dass die Verhandlungen am 31. August scheiterten. Nach einer Urabstimmung wurde der Arbeitskampf wieder aufgenommen.

Teilprivatisierung der Charité
Die CFM entstand 2006 unter dem SPD/LINKE-Senat durch die Ausgliederung der nichtmedizinischen Dienstleistungen wie Reinigung, Küchenbetrieb, Zentralsterilisation und Haustechnik aus der Charité. Sie befindet sich seither zu 51% im Besitz der Charité Holding und damit in Landesbesitz. Die restlichen 49% teilen sich die Konzerne Dussmann, Hellman Logistics und Vamed. Der Profitlogik folgend, werden neue Mitarbeiter wesentlich geringer entlohnt (Stundenlöhne von 6,53 Euro sind üblich) und vor allem befristet beschäftigt. In Zeiten hoher Arbeitslosenzahlen ist dies immer ein gutes Druckmittel.
Massiver Druck wird auch während des aktuellen Streiks auf die Beschäftigten ausgeübt. Von der CFM-Geschäftsleitung wurden Leiharbeiter als Streikbrecher angeheuert. Zudem wurde eine Security-Firma engagiert, die die Streikenden durch bloße Präsenz einschüchtern soll. Die Streikenden werden auf ihr „unsoziales Verhalten“ angesprochen, an die (noch) Nicht-Streikenden wird appelliert, mit ihren arbeitenden Kollegen solidarisch zu sein. Dabei sind die CFM-Streikenden für die Interessen aller Mitarbeiter in den Streik getreten, solidarischer geht es ja wohl nicht!
Zusätzlich erschwert wird der Streik durch die Tatsache, dass Berlin noch keinen handlungsfähigen Senat hat, auf den politischer Druck ausgeübt werden kann (Stand: 26.10.). Umso mehr brauchen die Beschäftigten der CFM jetzt unsere Solidarität! Sie zeigen, dass Widerstand möglich und nötig ist!