»… wird mit Brachialgewalt durchgefochten« Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht. Berlin 1929 bis 1932/33

Roter Stammtisch der DKP-Ortsgruppe Friedrichshain-Kreuzberg

Do., 01. Dezember 19:30 – Café Commune, Reichenberger Str. 157, U1 + U8 Kottbusser Tor

Vortrag und Diskussion mit dem Buchautoren

Sturmlokale, Straßenschlachten und politisch motivierte Morde. Seit 1929 versuchte die NSDAP mit Hilfe ihres SA-Schlägertrupps verstärkt in die traditionell roten Bezirke Berlins einzubrechen, eigene Strukturen zu errichten und diese zu vereinnahmen. Dabei setzten die Faschisten auf Terror und brachiale Gewalt. Die Kommunisten und Sozialdemokraten waren auf diese brutale Eroberungstaktik der Nazis jedoch nicht ausreichend vorbereitet, setzten sich aber zur Wehr – auch dies bisweilen mit Todesfolge. Auch Kreuzberg blieb nicht von den Faschisten verschont. Zwischen 1930 und 1933 entwickelte sich daraufhin hier die erste Jugend-Antifa. Ihr Motto: „Wo wir Nazis sehn, da jibt’s Kleinholz“.

In dem Buch „… wird mit Brachialgewalt durchgefochten. Bewaffnete Konflikte mit Todesfolge vor Gericht. Berlin 1929 bis 1932/33“ wurden 18 Fälle von politisch motiviertem Totschlag anhand von Gerichtsverhandlungen am Ende der Weimarer Republik untersucht: Während die Nazis meist freigesprochen oder mit milden Strafen davon kamen, wurden Antifaschisten als „Terrorgruppen“ diffamiert und meist zu hohen Haftstrafen verurteilt. Ein Freifahrtschein für den Straßenterror der Faschisten?

In einem Vortrag wird der Autor seine Untersuchungen zu den politischen Prozessen am Ende der Weimarer Republik vorstellen.