Palästinensischer Frühling!? Der Kampf um die palästinensische Unabhängigkeit geht in die nächste Runde!

Veranstaltung mit Amin Juaidi, Mitglied der Jugend der Palästinensischen Volkspartei (YPPP) und einem Vertreter der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) zu Fragen der palästinensischen Befreiungsbewegung.

Dienstag, 17. April 2012, 19 Uhr
ND-Gebäude, Franz-Mehring-Platz 1
nähe Ostbahnhof, Berlin
Münzenbergsaal, Eintritt 2 Euro
Eine Veranstaltung von DKP & SDAJ Berlin

Mit der Ausrufung eines unabhängigen Staates im September 2011 ging der Kampf um die palästinensische Selbstbestimmung in eine neue Runde. Mit dem arabischen Frühling im Nahen Osten und der offiziellen Versöhnung der Fatah und Hamas kam auch in Palästina die Hoffnung auf, die israelische Besatzung palästinensischer Gebiete beenden und einen eigenen, lebensfähigen Staat aufbauen zu können.

Zehntausende junger PalästinenserInnen demonstrierten gegen die Besatzung und für die palästinensische Einheit. Hinter diesen Protesten standen oftmals linke Organisationen wie die Palästinensische Volkspartei (PPP; 1991 aus der Kommunistischen Partei Palästinas hervorgegangen) oder der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP). Fortschrittliche politische Kräfte erhalten gegenwärtig Zulauf von Jugendlichen, die, nicht mehr einverstanden mit der Bürokratisierung der Fatah und dem Islamismus der Hamas, nach Alternativen suchen.

Fast 65 Jahre sind seit der UN-Resolution 181, die die Gründung eines Palästinensischen Staates vorsieht, vergangen. 64 Jahre Verfolgung, Besetzung, Verhaftung, Exilierung und Bombardierung, aber auch 64 Jahre des Widerstandes der PalästinenserInnen gegen die israelische Besatzung.

Mit der Ausrufung eines palästinensischen Staates vor den Vereinten Nationen ist ein wichtiger Schritt gemacht worden, der in keiner Weise einen einseitigen, unilateralen Schritt der Palästinenser darstellt, sondern ein legitimes Recht ausgehend von vielen UN-Resolutionen ist.

Im Gegensatz dazu sind die Schritte Israels einseitig: Der Ausbau der illegalen Siedlungen, der Versuch die PalästinenserInnen aus Ost-Jerusalem, der Hauptstadt Palästinas, zu vertreiben. Oder der Bau der Apartheid-Mauer durch palästinensisches Gebiet. Das Ergebnis der demokratischen Wahlen im Jahre 2006 in Palästina wird von der israelischen Regierung, den sie unterstützenden Regierungen und der Europäischen Union nicht anerkannt.

Mit der Ausrufung des Palästinensischen Staates hat auch die Diskussion um die Ein-Staaten- oder Zwei-Staaten-Lösung wieder begonnen.

Ist es sinnvoll einen gemeinsamen Staat für alle in den Gebieten Palästinas und Israels lebenden Menschen zu fordern oder ist ein eigenständiger palästinensischer Staat neben Israel, die derzeit realistischere Variante?

Inwiefern ist ein solcher Staat realisierbar angesichts der aktuellen Kriegsdrohungen Israels gegen den Iran und den Auseinandersetzungen in Syrien?

Was für eine Position nimmt die palästinensische Linke ein im Kampf gegen die israelische Besatzung und der Versöhnung von Hamas und Fatah?

Diese Fragen wollen wir mit
Amin Juaidi, einem Mitglied der Jugend der Palästinensischen Volkspartei (YPPP) und Mitglied der internationalen Kommission der PPP
sowie einem Vertreter der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP), die sich vom 16.April – 1. Mai auf Rundreise durch Deutschland befinden, diskutieren.