Solidarität mit den Hungerstreikenden! Schluss mit den Polizeiübergriffen!

Am 24. Oktober ist ein Teil der Flüchtlinge, die am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg ihre Zelte aufgeschlagen haben, um für ihre Rechte zu kämpfen, zum Brandenburger Tor gezogen und in den Hungerstreik getreten.

Nach ihrer Ankunft am Brandenburger Tor kam die Polizei mit Großaufgebot und Reiterstaffel und baute das Zelt der Flüchtlinge ab. In der Nacht zum Freitag mussten die Hungerstreikenden auch noch ihre Iso-Matten und Schlafsäcke abgeben. Zwar ist die Versammlung der Hungerstreikenden angemeldet und genehmigt, aber eine Auflage der Polizei verbietet „Schlafutensilien“.

Bei der Polizeiaktion wurden drei Flüchtlinge bzw. UnterstützerInnen, die ihre Schlafsäcke nicht freiwillig hergeben wollten, festgenommen. Ihnen wird Körperverletzung und Widerstand vorgeworfen. Mehrere TeilnehmerInnen wurden verletzt. Rund 80 Demonstranten zogen daraufhin noch am Freitag Nachmittag nach Moabit zum Knast, um ihre Freilassung zu fordern. Diese erfolgte erst spät in der Nacht. Nach einer Sitzblockade war es zuvor zu weiteren Verhaftungen gekommen.

Wie am Samstag bekannt wurde, ermittelt die Polizei wegen des Einsatzes gegen Flüchtlinge, die am 15. Oktober die Nigerianische Botschaft besetzt hatten, in den eigenen Reihen. Auch dort war es zu massiver Gewalt von Beamten gekommen. Die Anzeigen wegen Körperverletzung sind laut Berliner Zeitung von Opfern aber auch von einem Polizisten gestellt worden.

Die DKP Friedrichshain-Kreuzberg unterstützt die Flüchtlinge in ihrem Kampf gegen rassistische Sondergesetze wie die Lagerunterbringung und Residenzpflicht. Wir verurteilen die Schikanen und Übergriffe der Polizei, die darauf gerichtet sind, ihren Protest zu be- und zu verhindern.

Die Flüchtlinge brauchen jetzt unsere volle Solidarität!

Geht sie am Brandenburger Tor und am Oranienplatz besuchen, fragt, wie Ihr helfen könnt, Spendet und seid da!

>> Aktuelle Infos: www.refugeetentaction.net/:


Hier eine aktuelle Auflistung was die Flüchtlinge noch dringend benötigen:

* verschließbare Schränke/Kisten, Werkzeug, Plastikplanen, Klebeband, 11L Gasflaschen, Rucksäcke/Koffer

* Zahnpasta, Zahnbürsten, Seife(antibakteriell), Shampoo, Schmerztabletten

* Schulranzen, Schulmaterial (Stifte, Hefte), kleine und große Fahrräder

* LEBENSMITTEL: Gemüse, Wasser, Fleisch, Sojamilch, Nüsse, Kerne, Körner, Leinöl, Nutella, Käse, Kekse, Tee

* KEINE Kleidung, Äpfel, Teppiche

Statement der hungerstreikenden Asylsuchenden am zweiten Tag ihres Hungerstreiks

Wir, die hungerstreikenden Asylsuchenden am Brandenburger Tor sind auf der Strasse, obwohl die Polizei uns rassistisch behandelt. WIr haben unseren Hungerstreik am 24.10.2012 begonnen um unsere vier Ziele durchzusetzten. Aber nachdem wir einen Nacht im Regen ohne Zelt, Schlafsack und Isomatte geschlafen haben, sind wir heute am zweiten Tage unseres Hungerstreiks in einer schlechten Situation. Die Regierung in Form der Polizei setzt uns unter enormen Druck und versucht es unmöglich zu machen auf der Strasse zu bleiben. Wir, die Hungerstreikenden Asylsuchenden in Berlin, geben bekannt:

Es hat nicht heute oder gestern angefangen, wir sind seit 7 Monaten auf der Strasse und kämpfen mit all unserer Kraft für unsere Rechte. Unser Widerstand auf der Strasse wird weitergehen egal was passiert. Heute, am 25.10.2012, werden wir die zweite Nacht auf der Strasse verbringen und wir rufen all jende die unseren Kampf für die Rechte der Asylsuchenden und Einwanderer unterstützten wollen dazu auf mit einem Schlafsack zum Brandenburger Tor zu kommen und die ganze Nacht mit uns solidarisch auf der Strasse zu verbringen Ein Bewegung auf der Strasse braucht Solidarität auf der Strasse.

Die hungerstreikenden Asylsuchenden in Berlin