Friedrichshain – Luxuswohnprojekt im Andreaskiez geplant!

Eine protzige Internetseite bietet seit einiger Zeit unter dem Namen Neue Andreashöfe hochpreisige Wohnungen zum Kauf an, die noch nicht gebaut sind. Für 201 Quadratmeter dürfen es dann auch 938.000 Euro sein. 47 Wohnungen sollen auf dem bisherigen Abrissgrundstück in der Andreasstrasse 21a entstehen. Das Mitteilungsblatt des unmittelbar benachbarten Seniorenheimes freut sich in seiner Januarausgabe über den Wegfall des letzten Schandflecks in der Umgebung. Und dass der Bauträger damit wirbt, dass der Garten des Pflegeheimes von den neuen Nachbarn mitgenutzt werden kann, ist ist eher ungewöhnlich. Abgeräumt werden einige der letzten Altbauten im Kiez, der fast ausschließlich aus Bauten aus DDR-Zeiten besteht. Anwohner werden sich mit stärker steigenden Mieten im Zuge der absehbaren Gentrifizierung konfrontiert sehen Bislang gab es südlich der Karl-Marx-Allee in diesem Bereich kaum Eigentumswohnungen. Die Bevölkerung besteht zu einem erheblichen Teil aus älteren Menschen. In den benachbarten sanierten Hochhäusern leben viele Zugezogene bei Mieten, die noch nicht als luxuriös zu bezeichnen sind.

Wer baut da eigentlich?

Eigens für das Vorhaben wurde eine Andreashöfe Berlin GmbH&Co KG gegründet. Diese ist der Bauträger, d.h. sie sorgt für den Bau und die Vermarktung des neuen Objekts. Sitz des Bauträgers ist die Mittenwalder Strasse 7 in Kreuzberg. Die Geschäftsführer Götz Diedenhofen und Gerhard Köhne betreiben noch weitere solche Gesellschaften, so auch die SD Schulzendorf Projekt GmbH. Das Stammkapital ist mit 25.000 Euro gering, die Haftung auch. Unklar ist, wer eigentlich die Investoren sind. Angaben dazu wurden bisher nicht gemacht.
Das beauftragte Architekturbüro Georg Gewers und Henry Pudewill hat ebenfalls seinen Sitz in Kreuzberg, in der Schlesischen Strasse 27. Eigentlich auf Großprojekte spezialisiert werben die Architekten mit z.T. Internationalen Protz-Projekten. Man baut ein Unterwasserluxushotel in Hainan/China (kein Witz), eine Trabantenstadt in Saudi-Arabien und auch im Rahmen von Mediaspree die Zentrale des Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland. Bereits 2012 habe man vier Funktionsgebäude des Flughafens BER übergeben.

Bislang gab es kaum Reaktionen von Anwohnern, denn nur Wenigen ist dieses Bauprojekt bekannt. Wozu auch, denn keiner könnte sich diese Wohnungen leisten. Der Druck auf das Mietniveau dürfte bald stark zunehmen. Weitere Großprojekte sind in der Nähe in Planung. Auf der gegenüberliegenden Spreeseite sollen z.B.auf dem Behala-Gelände 580 Luxuseigentumswohnungen entstehen.