Gauck: Eine deutsche Eiche im Cafe Kotti in Berlin Kreuzberg

An seinem Thementag „Besuch des Bundespräsidenten in Berlin zum Thema Unterwegs zum Miteinander“ wird sich Bundespräsident Gauck am 19.03.2014 ab 15:00 Uhr mit Vertreter_innen verschiedener Vereine und Initiativen im Café Kotti in Kreuzberg treffen.

Türkische und deutsche Antifaschist_innen mobilisieren bereits dagegen, um ihm in die PR-Suppe zu spucken.

Es ist sinnvoll, rechtzeitig vorher da zu sein.

Hier ein paar Hintergrundinformationen zu seiner Person:

    Befürwortet Hartz-Gesetze, Proteste dagegen nennt er „töricht“.

    „Solidarität und Fürsorglichkeit“ sind für ihn Aspekte, die „dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen“. Damit steht er sozialdarwinistisch Seite an Seite mit Sarrazin (und nannte dessen Machwerk „mutig“)

    Tritt für die Vorratsdatenspeicherung ein und hält Wiki-Leaks für „Diebe“

    Befürwortet den Afghanistan-Krieg

    Wettert gegen die Occupy-Bewegung, Stuttgart 21-Gegner und Kapitalismuskritik

    Gauck gehört Lobbyorganisationen wie der Nationalstiftung (setzt sich u. a. für „mehr Privatisierung“ ein) und der Atlantikbrücke (reaktionärer think-tank) an.

    Auf der Münchner „Sicherheitskonferenz“ 2014 trat Gauck für ein stärkeres deutsches Militär-Engagement ein.

„Der Westen war wie eine Frau, die man als Siebzehnjähriger auf den Sockel hebt und anbetet. Da können Jahrzehnte oder Jahrhunderte vergehen, ihre Schönheit bleibt erhalten.“
(Joachim Gauck)

Gaucks Vater war im besetzten Polen Marineoffizier. Er wurde 1951 von einem sowjetischen Kriegsgericht verurteilt und verbrachte vier Jahre in einem sibirischen Gefangenenlager. Gauck hat Verständnis dafür, daß seinen Eltern das „Verschwinden“ der Rostocker Juden „entfallen“ war. Er fordert, “einen Schlussstrich” zu ziehen unter die NS-Vergangenheit und die Auseinandersetzung mit ihren Verbrechen, zugunsten eines neu entfachten Nationalstolzes. Er nennt das eine Hinwendung zum Patriotischen“ und bekam dafür u. a. Applaus von dem Antisemiten und Rechtsradikalen Hohmann.

Der Pfarrer, bezeichnet sich in seiner Autobiographie (mit Hilfe einer Journalistin geschrieben) ausdrücklich nicht als DDR-Dissident. Vielmehr habe ihm die Kirche einfach nur „mehr Freiraum“ geboten.

Bekennender Anti-Kommunist

Mit-Autor des „Schwarzbuch des Kommunismus“, einem Machwerk französischer Rechtsradikaler. Für Clemens Heni hat das „Schwarzbuch“ das Ziel, ‘den’ Kommunismus als weit schlimmer als den Nationalsozialismus darzustellen. Der Antisemitismus des Schwarzbuches liegt darin, zu leugnen, dass Treblinka, Bergen-Belsen, Auschwitz, Babi Yar, der industrielle Mord an Juden wie die Mordaktionen der Polizeibataillone, der SS, des SD, der Wehrmacht wie auch ihrer Helfer in den baltischen Ländern und anderswo präzedenzlose Verbrechen waren.

2004 hält gauck eine Gedenkrede zu Ehren der NS-Schlächter Walter Biermann und Arno Brake: Biermann und Brake waren u. a. im April 1945 an dem Massaker an über 1000 KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) beteiligt. Die Gefangenen wurden dabei in einer Scheune bei lebendigem Leib verbrannt.

Anders als in Westdeutschland, wo viele NS-Verbrecher wie der Hauptverantwortliche für diesen Massenmord, Gerhard Thiele, straffrei blieben, wurden in Ostdeutschland die Täter abgeurteilt. Walter Biermann und Arno Brake wurden im sächsischen Torgau zum Tode verurteilt, sie sind in Halle gehenkt und anonym beerdigt worden – um dann im Jahre 2004 in einer Gedenkveranstaltung von Dr. Gauck in Torgau geehrt zu werden. 1989/90 wurden die in Ostdeutschland Verurteilten sehr oft rehabilitiert – und geehrt. Die so Geehrten waren auch die beiden Mörder Biermann und Brake. Deren Überreste wurden im Juni 2003 in Halle auf dem Gertraudenfriedhof mit Stelen und „ewigem Ruherecht“ geehrt.

Verfechter der rechtsradikalen sog. „Totalitarismustheorie“, Maßgeblicher Mit-Initiator der „Prager Erklärung“ (die den deutschen Faschismus mit dem Sowjet-Kommunismus gleichsetzt).

Lehnt die Oder-Neisse-Grenze zu Polen als „ungerecht“ ab, bedauert den Verlust der „deutschen Ostgebiete“, sein Herz schlägt für die deutschen „Vertriebenen“, befürwortet das „Zentrum gegen Vertreibung“.

„Der einstige hessische SPD-Innenminister Horst Winterstein kam im „Lesebuch“ zu dem Schluss: „Im Umgang mit den Stasi-Unterlagen musste ich mehr und mehr den Eindruck gewinnen, dass die Gauck-Behörde in ihrem Zusammenspiel mit einigen Medien an Verfassungsgrundsätzen vorbeiwirkt.“ Er beklagt, dass der evangelische Großinquisitor“ selbstgerecht glaubt, unbequeme Leute einer „öffentlichen Treibjagd“ aussetzen zu können. Ohne Wissen der Betroffenen würden bestimmten Medien Belastendes zugespielt, ergänzt durch einseitige Interpretationen; gleichzeitig Entlastendes zurückgehalten. Das Landgericht Berlin bestätigte später solche Praktiken.

2005 erklärte der sozialdemokratische Verein „Willy-Brandt-Kreis“: Die Unterlagenbehörde habe bewiesen, dass sie für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte ungeeignet sei. Sie sei nicht als neutrale wissenschaftliche Einrichtung angelegt, sondern habe die politische Bestimmung, die DDR zu delegitimieren. Gleichzeitig seien die geheimdienstlichen Erkenntnisse über die Bundesrepublik geheim, sie stünden einer kritischen Aufarbeitung nicht zur Verfügung. „Wenn heute in Westdeutschland und im Ausland das Bild der DDR als das eines reinen Unrechtsstaates vorherrscht, in dem alle Bürger entweder bei der Stasi gearbeitet oder von ihr beobachtet wurden, so hat die Behörde ihren Auftrag erfüllt.“