Der Genozid von Dersim – Ein seit 78 Jahren in der westlichen Welt vergessener und verdrängter Völkermord!

14.11.2015 – 18.30 Berlin-Anhalterbahnhof – Fackelzug zur Türkischen Botschaft

Seit dem Massaker von Dersim (Türkei) sind 78 Jahre vergangen. Dieses Verbrechen an der Menschlichkeit, eines der furchtbarsten staatlichen Verbrechen des 20. Jahrhundert, ist im Westen praktisch unbekannt. Den systematisch geplanten und durchgeführten Massakern in den Jahren 1937 und 1938 fielen bis zu 70.000 dersimstämmige Aleviten zum Opfer.

Am 15. November 1937 wurden Seyit Riza, einer der wichtigsten Geistlichen der Dersim-Aleviten, mit sechs andere führende Persönlichkeiten hingerichtet. Ihre Leichname wurden verbrannt und an einem unbekannten Ort begraben. Die Nachfahren dieser hingerichteten Persönlichkeiten wissen bis heute nicht, wo die sterblichen Überreste ihrer Vorfahren begraben sind. Seit einigen Jahren fordern sie von den verantwortlichen staatlichen Stellen die Bekanntgabe der Grabstätte.

Nach dem Genozid von Dersim 1938 erfolgten weitere Massaker sowie die in Çorum, Maraş, Sivas, Roboski, Suruç und zuletzt in Ankara.

Als dersimstämmige Bürger in Deutschland wollen wir am 14. November 2015 mit einem Fackelzug zur Türkischen Botschaft in Berlin unseren folgenden Forderungen Nachdruck verleihen:

Der türkische Staat muss sich zu seiner Verantwortung stellen, und den an den Dersim-Aleviten begangenen Völkermord als solchen anerkennen!

Der türkische Staat muss den Wunsch der Nachfahren der hingerichteten führenden Persönlichkeiten von Dersim nach Bekanntgabe der Grabstätte ihrer Vorfahren umgehend nachkommen.