1. Mai in Kreuzberg – Schlimmer geht immer

Das staatlich finanzierte „MyFest“ müssen wir schon einige Jahre ertragen. Die Sogwirkung wird immer größer. Europaweit bieten inzwischen Reiseagenturen Pauschalangebote zu diesem Berlin-Ballermann an. Das terrorisiert unseren Kiez, nicht die von der Polizei herbeigeredeten anreisenden „Krawallmacher“.

Das von vielen als Alternative empfundene Fest auf dem Mariannenplatz hat mittlerweile die Linkspartei übernommen. Dort wo vor Jahren noch Raum für Gegenkultur und Widerstand war, feiert sich nun die Regierungspartei. Ausgesuchte Initiativen und Organisationen dürfen dafür den Rahmen abgeben. Auf der Bühne präsentieren sich zwischen Salsa und Rumba ihre Abgeordneten.

Aber der Bezirk setzt noch einen drauf. Der Görlitzer Park wird für die öffentliche Nutzung gesperrt. Ein Sicherheitsdienst soll den Zugang in den mit Zäunen abgesperrten Bereich kontrollieren. Das wird dann „MyGörli“ genannt. Die eingezäunten Besucher werden von 2 Bühnen aus beschallt. All diese Maßnahmen sollen politische Proteste und Demonstrationen am 1. Mai verhindern.

Widerstand leistet noch die revolutionäre 18 Uhr Demo. Gegen ein Großaufgebot der Polizei versucht sie politischen Protest am Tag der Arbeit im Kiez auf die Strasse zu bringen. Schon im Vorfeld werden die Teilnehmer mit dem kompletten Repressionsprogramm bedroht.

All das lehnen wir ab. Wir fordern Bezirk und Senat auf sich aus Kreuzberg zurückzuziehen, öffentlichen Raum für Proteste und Demonstrationen freizugeben.

Für einen Kampftag der Arbeiter, für einen roten 1. Mai.