Die Nazis – ein Projekt der deutschen Banken und Großkonzerne

Eine Buchvorstellung mit dem Berliner Historiker und Autor Dr. Karsten Schönbach

Hitler„Hinter dem Faschismus steht das Kapital…“ beginnt eine Parole, die bis vor wenigen Jahren noch oft auf Antifa-Demonstrationen zu hören war. So wurden Faschisten und ihre Politik als Idee der herrschenden Klasse charakterisiert und ihre antikapitalistische Propaganda oder gar revolutionär wirkende Agitation als Schwindel entlarvt.

Mittlerweile aber gilt dieser Zusammenhang nicht nur Konservativen oder „Antideutschen“, sondern auch vielen Bewegungslinken als zu platt oder irgendwie suspekt: standen die Nazis nicht für den „deutschen Arbeiter“? War die NSDAP denn keine Arbeiterpartei? Der Kapitalismus soll, geht es nach dem bürgerlichen Mainstream, vom Faschismus reingewaschen werden. Das Bürgertum hat dazu den ursprünglichen Reklamebegriff der Faschisten für sich selbst, „Nationalsozialismus“, vollständig rehabilitiert. Weil da eben auch „Sozialismus“ drin steht, so soll impliziert werden, können die gar nicht kapitalistisch gewesen sein.

Dass es keinen Grund gibt, den vermeintlichen Antikapitalismus der Nazis zu glauben, haben Historiker nicht nur in der Geschichtsschreibung der ehem. DDR ausgeführt. Hinter Hitler stand das Kapital – Dr. Karsten Heinz Schönbach belegt die These anhand der Dokumente aus zahlreichen Firmenarchiven, Bankakten und Privatkorrespondenzen führender Persönlichkeiten des deutschen Finanzkapitals. Sie einigten sich auf Hitler, brachten die NSDAP an die Macht und kassierten dafür die erhofften Gewinne: Arbeitskräfte, Raubgut und Rüstungsprofite. Dr. Schönbach wird sein neu erschienenes Buch präsentieren.

Karsten Heinz Schönbach: Die deutschen Konzerne und der Nationalsozialismus 1926 – 1943, Berlin 2016, trafo Wissenschaftsverlag, 680 S., ISBN 978­3­86464­080­3, € 59,80


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Datum/Zeit
03.07.2016
ab 10:00

Veranstaltungsort
UZ-Pressefest // Leninplatz (Ernst-Thälmann-Zelt)

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